Viele Arbeitnehmer gehen heutzutage in Rente, auch wenn sie ihr reguläres Renteneintrittsalter noch nicht erreicht haben. Sie gehen beispielsweise mit 63 Jahren in den Ruhestand, wollen aber gerne noch etwas hinzuverdienen. Grundsätzlich ist das möglich, allerdings gilt es einiges zu beachten, damit es am Ende nicht teuer wird. So können Frührentner, die das reguläre Renteneintrittsalter noch nicht erreicht haben, nicht unbegrenzt steuerfrei hinzuverdienen. Hier gilt normalerweise ein Freibetrag in Höhe von 6.300 Euro. Ein darüber hinausgehender Verdienst wird zu 40 Prozent angerechnet und mindert die Rente. Aber: Corona-bedingt gibt es für Menschen in Frührente eine interessante Ausnahme.

Im Jahr 2020 lag wegen der Pandemie die Hinzuverdienstgrenze bei 44.590 Euro und beträgt im laufenden Jahr 46.060 Euro. Jahreseinkünfte, die diese Grenzen nicht übersteigen, führen nicht zur Kürzung der vorgezogenen Altersgrenze. Die Anhebung der Hinzuverdienstgrenzen entstand aus dem pandemiebedingten Mehrbedarf an qualifiziertem Personal – insbesondere im Gesundheitswesen. Auch Frührenter sollen durch diese Regelung motiviert werden, ihr Wissen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Ab dem Jahr 2022 gilt dann wieder die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro für Frührentner.

Grundsätzlich gilt, dass Frührentner der Deutschen Rentenversicherung mitteilen müssen, wenn sie während des Bezugs der vorgezogenen Altersrente hinzuverdienen. Immer zum 01. Juli des Folgejahres nimmt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) dann die sogenannte Spitzabrechnung vor. Der Rentner muss dann seinen Hinzuverdienst des Vorjahres melden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Frührentner Einkünfte aus unselbständiger, selbständiger, freiberuflicher oder gewerblicher Tätigkeit erzielt hat – allerdings bleiben Kapitalerträge und Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung unberücksichtigt. Ergibt die Spitzabrechnung, dass der Frührentner über der Hinzuverdienstgrenze lag und somit eine Überzahlung an Rente erhalten hat, muss er den überschüssigen Betrag an die DRV zurückzahlen.

Ebenfalls gut zu wissen ist der Umstand, dass sich durch den Hinzuverdienst die reguläre Altersrente erhöht. Rentenversicherungsbeiträge, die während der Zeit des Hinzuverdienstes gegebenenfalls bezahlt wurden, werden berücksichtigt, sobald das reguläre Renteneintrittsalter erreicht ist.

THEMEN: Beruf, Altersvorsorge