Die professionelle und rechtskonforme Kündigung

Bevor man in einem anderen Unternehmen neu durchstarten kann, steht die Beendigung des alten Beschäftigungsverhältnisses an. Hier gibt es einige Fallstricke zu beachten, damit Sie sowohl rechtskonform als auch professionell das Beschäftigungsverhältnis beenden. Vor dem Wechsel des Arbeitsplatzes steht die Kündigung der alten Stelle an. Dies gilt sowohl für die Arbeitnehmer- aber auch die Arbeitgeberkündigung. Es ist beiden Parteien angeraten, sorgfältig darauf zu achten, wie die Kündigung sowohl formuliert als auch kommuniziert wird. Hierbei dürfen keine Fehler gemacht werden, um Spielraum für Interpretationen zu vermeiden. Im worst case können Fehler zur Unwirksamkeit der Kündigung führen.

Immer schriftlich einreichen

Es ist dringend empfohlen, die Kündigung schriftlich und handschriftlich unterschrieben einzureichen und sich den Empfang vom Vorgesetzten oder einem Mitarbeiter der Personalabteilung bestätigen zu lassen. Mündlich erfolgte Kündigungen sind genauso unwirksam wie per E-Mail, Telefax, Whatsapp oder SMS. Achten Sie auf eine klare und deutliche Formulierung.

Der richtige Adressat

Informieren Sie sich im Vorfeld, an wen die Kündigung zu richten ist, damit Sie hinterher nicht rechtlich angefochten werden kann. Allgemein gilt, dass der Empfänger immer der im Arbeitsvertrag genannte Arbeitgeber ist. Um absolut sicher zu gehen, kann das Kündigungsschreiben sowohl an den direkten Vorgesetzten als auch den Leiter der Personalabteilung adressiert werden. In kleineren Betrieben ohne große administrative Organisation richten Sie das Kündigungsschreiben an den Geschäftsführer der Gesellschaft.

Die Formulierung des Austrittsdatums

Sie sind nicht verpflichtet, ein genaues Datum anzugeben. Theoretisch reicht auch eine Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt. In der Praxis ist es aber sinnvoll, den genauen Austrittszeitpunkt anhand des Arbeitsvertrages, ggf. Tarifvertrages, zu prüfen und dieses Datum in der Kündigung anzugeben. In Betrieben mit Arbeitnehmervertretung können Sie sich auch von Ihrem Betriebsrat beraten lassen. In jedem Fall bestehen Sie auf eine schriftliche Kündigungsbestätigung unter Angabe Ihres Austrittsdatums.

Arbeitszeugnis

Bitten Sie direkt in Ihrer Kündigung um die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses. Überlicherweise wird diese Bitte im letzten Absatz formuliert.

Begründung

Im Falle einer ordentlichen Kündigung durch den Arbeitnehmer bedarf es keiner Begründung. Kündigt der Arbeitnehmer selber außerordentlich fristlos, sollte man im Vorfeld arbeitsrechtliche Beratung einholen. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht kann dabei beraten, ob im konkreten Einzelfall eine fristlose Arbeitnehmerkündigung überhaupt zulässig ist. Das gleiche Verfahren ist im Übrigen auch dem Arbeitgeber dringend anzuraten: In einem solchen Fall gilt es einige Punkte zu beachten, damit die fristlose Kündigung überhaupt rechtswirksam ist.

Zustellung

Grundsätzlich ist eine persönliche Übergabe immer die beste Lösung. So erhalten Sie im Idealfall direkt die Bestätigung über den Erhalt. Bei einer Kündigung per Post beachten Sie die Postlaufzeiten und verschicken Sie den Brief am besten als Einwurfeinschreiben. Die Wirksamkeit der Kündigung hängt vom Eingang beim Arbeitgeber und nicht von der Abgabe bei der Post ab. Will der Arbeitgeber kündigen, unterliegt auch er dem Schriftformerfordernis. Arbeitgeberseitig ist darauf zu achten, dass die Kündigung von der richtigen Person im Unternehmen unterschrieben wird. Üblicherweise ist das der Geschäftsführer allein oder gemeinsam mit dem Personalleiter. Erfolgt die Kündigung beispielsweise durch einen mandatierten Rechtsanwalt muss dieser zwingend die Vollmacht des Arbeitgebers beifügen, da die Kündigung ansonsten nicht wirksam ist.

THEMEN: Arbeitsrecht, Beruf