Aufstiegs-Bafög – Staat unterstützt Familien mit Kindern bei Fortbildungen

Fort- und Weiterbildungen kosten üblicherweise viel Geld. Für manche Familien sind diese finanziellen Belastungen nicht zu stemmen. Der Staat unterstützt Eltern deshalb finanziell in Form des Aufstiegs-Bafög.

Für das berufliche Vorankommen sind Fort- und Weiterbildungen nützlich und manchmal auch zwingend erforderlich. Allerdings ist das für viele Familien finanziell kaum zu stemmen. Der Bund und die Länder unterstützen daher rund 700 Fortbildungsabschlüsse mit dem sogenannten Aufstiegs-Bafög. Eltern erhalten seit vergangenen Sommer nun hierfür mehr Geld vom Staat. Um Mütter und Väter im ständigen Spagat zwischen Familie und Beruf zu unterstützen, ist das geänderte Aufstiegs-Bafög in Summe familienfreundlicher geworden.

Das Aufstiegs-Bafög bietet insbesondere Arbeitnehmern mit Kindern finanzielle Unterstützung, um sich trotz der Doppelbelastung Familie & Beruf fort- oder weiterzubilden. Seit August 2020 muss der Beitrag zum Lebensunterhalt nicht mehr zurückbezahlt werden. Verheiratete Berufstätige mit zwei Kindern können monatlich bis zu 1.597 Euro und Alleinerziehende mit einem Kind bis zu 1.127 Euro erhalten. Die Förderhöhe ist abhängig von Vermögen und Einkommen. Alleinerziehende erhalten zusätzlich einen Betreuungszuschuss von 150 Euro pro Monat und Kind bis zu einem Alter von 14 Jahren.

Ohne Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen können Weiterbildungswillige mit oder ohne Kind bis zu 15.000 Euro für die Finanzierung ihrer Lehrgangs- und Prüfungsgebühren in Anspruch nehmen. Bei finanziellen Engpässen profitieren Geringverdiener aus sozialen Gründen zudem von verbesserten Stundungs- und Erlassmöglichkeiten. Das Vermögen des Antragstellers wird erst ab einem Betrag von 45.000 Euro angerechnet. Der Freibetrag erhöht sich bei Verheirateten und in Lebenspartnerschaft lebenden, die nicht dauerhaft getrennt leben, um 2.300 Euro. Jedes Kind erhöht den Freibetrag um weitere 2.300 Euro. Das Vermögen des Lebenspartners bleibt anrechnungsfrei. Gleiches gilt für eine angemessene, eigen genutzte Immobilie und ein Auto.

Für die Antragstellung können alle relevanten Formulare online ausgefüllt werden. Wer eine persönliche Beratung benötigt, kontaktiert am besten das entsprechende Amt in Wohnortnähe. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.aufstiegs-bafoeg.de.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN

Wer wird gefördert?

Wer sich mit einem Lehrgang oder an einer Fachschule auf eine anspruchsvolle berufliche Fortbildungsprüfung in Voll- oder Teilzeit vorbereitet, erhält Beiträge zum Lebensunterhalt anteilig Zuschüsse zu Kosten von Lehrgängen und zinsgünstige Darlehen. Mit dem AFBG werden Sie gefördert, wenn Sie sich auf einen Fortbildungsabschluss zum/zur Handwerks- und Industriemeister/in, Erzieher/in, Techniker/in, Fachkaufmann/frau, Betriebswirt/in oder auf eine von mehr als 700 vergleichbaren Qualifikationen vorbereiten. Eine Altersgrenze besteht für die Förderung mit dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz nicht. Um die AFBG-Förderung zu beziehen, müssen Sie die Voraussetzungen der jeweiligen Fortbildungsordnung für die Prüfungszulassung oder die Zulassung für die angestrebte fachschulische Fortbildung (Vorqualifikation) erfüllen. Auch als Studienabbrecher/in oder Abiturient/in ohne Erstausbildungsabschluss, aber mit der von der Fortbildungsordnung geforderten Berufspraxis für Ihre Fortbildung, können Sie eine AFBG-Förderung erhalten. Voraussetzung ist, dass dies in der entsprechenden Prüfungsordnung so vorgesehen ist. Auch wenn Sie bereits über einen Bachelorabschluss oder einen diesem vergleichbaren Hochschulabschluss verfügen, werden Sie für eine Maßnahme gefördert. Dies muss allerdings Ihr höchster Hochschulabschluss sein. Verfügen Sie bereits über einen Masterabschluss oder einen staatlichen oder staatlich anerkannten entsprechenden Hochschulabschluss, kommt auch künftig eine AFBG-Förderung nicht für Sie in Betracht.

Wie wird gefördert?

Bei der Finanzierung Ihrer Fortbildung können Sie auf die Unterstützung von Bund und Ländern durch das Aufstiegs-BAföG bauen. Beantragen Sie Zuschüsse zu Prüfungs- und Lehrgangsgebühren sowie bei Vollzeitmaßnahmen Unterstützung zum Lebensunterhalt. Die Förderung mit AFBG umfasst Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Hinzu tritt die Möglichkeit, ein zinsgünstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über die Differenz zwischen Zuschussanteil und maximalem Förderbetrag abzuschließen. Die Zuschussanteile variieren je nach Fördergegenstand (Maßnahmekosten, Unterhaltsbedarf etc.). Zudem werden Ihnen auf Antrag bei bestandener Prüfung seit dem 01. August 2020 50% des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen. Zu den Materialkosten für Ihr Meisterprüfungsprojekt können Sie eine Förderung bis zur Hälfte der notwendigen Kosten und einer Höhe von bis zu 2.000 Euro erhalten. 50 Prozent der Förderung erhalten Sie auch hier als Zuschuss. Für den Rest der Fördersumme erhalten Sie ein Angebot der KfW über ein zinsgünstiges Bankdarlehen.

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