Besonders Großbetriebe wollen Personal abbauen

Die Coronakrise zwingt so manches Unternehmen in die Knie und es wird dauern, bis sich Betriebe erholt und wieder ein „Vor-Pandemie-Niveau“ erreicht haben. Unpopuläre Maßnahmen, wie beispielsweise der Abbau von Stellen bleibt dabei nicht aus. Dies zeigt eine Umfrage unter 1.000 Personalleitern, die das Wirtschaftsinstitut ifo gemeinsam mit dem Personaldienstleistungsunternehmen Randstad durchgeführt hat.

Eine der Kernfragen der Umfrage war: „Werden in 2021 in Ihrem Unternehmen Stellen wegfallen?“. 17% der befragten Personalleiter beantworteten diese Frage mit Ja. Ein Wert, der manchem aufgrund der Gesamtsituation nicht besonders hoch erscheinen mag. Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass insbesondere große Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten Stellen abbauen werden (40%). In Klein- und Kleinstbetrieben mit weniger als 50 Beschäftigten sehen nur 11% das Erfordernis zum Personalabbau.

In Klein- und Kleinstbetrieben ist der Wert aber mit Vorsicht zu genießen. 42% der Personaler dieser Betriebe sind momentan noch gar nicht in der Lage, eine verlässliche Aussage über die personelle Sitation in ihrem Unternehmen zu treffen. Aktuell ändert sich vieles sehr kurzfristig, so dass eine Planung bis Ende des Jahres eher etwas mit dem Lesen von Kaffeesatz gemein hat. Dagegen ist der Unsicherheitsfaktor in den großen Unternehmen mit 23% deutlich geringer. Offensichtlich gibt es hier bereits konkrete Planungen, die mit dem Abbau von Personal einhergehen.

Auch die geplante Art der Stellenstreichungen wurde in der Umfrage thematisiert. Mehr als die Hälfte der Betriebe werden Stellen nicht mehr nachbesetzen, wenn Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Über 40% der befragten Personalleiter sehen sich gezwungen, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen und je rund 30% bieten Freiwilligenprogrammen bzw. Aufhebungsvereinbarungen sowie Vorruhestandsregelungen an.

THEMEN: Arbeitsmarkt, Beruf, Corona