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München (dpa) – Nachdem die Bundesbürger im ersten Corona-Jahr deutlich länger telefoniert haben als zuvor, kehrt nun wieder etwas Normalität ein. Im August und September habe ein Mobilfunk-Telefonat im O2-Netz durchschnittlich etwa 2 Minuten und 40 Sekunden gedauert, teilte der Netzbetreiber Telefónica auf Anfrage mit.

In den verschiedenen Lockdown-Monaten seit Beginn der Pandemie waren die Gesprächsteilnehmer hingegen 30 bis 60 Sekunden länger am Hörer, wie aus den Zahlen hervorgeht. Grund hierfür: Wegen der Corona-Einschränkungen waren die Bürger weniger unterwegs und trafen Freunde oder Familie nicht mehr vor Ort, sondern telefonierten mit ihnen – der Gesprächsbedarf war also größer als vorher. Bei Vodafone gab es eine ähnliche Entwicklung. Ein Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten: Bei Telefónica dauerte ein Handyanruf im Gesamtjahr 2019 durchschnittlich 2 Minuten und 28 Sekunden – von diesem Level ist man also nicht mehr weit entfernt. 2020 dauerten die Mobilfunktelefonate 2 Minuten und 51 Minuten und in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 2 Minuten und 54 Sekunden. Dass in diesem Jahr im Schnitt länger telefoniert wurde als 2020, liegt an den Lockdown-Monaten Anfang 2021 – damals war der Bedarf sehr hoch, im Laufe des Jahres schwächte er sich aber deutlich ab.

Unlängst hat der Telekommunikations-Branchenverband VATM eine Studie vorgelegt, die sich auch mit dem Gesprächsverhalten beschäftigt hat. Der Analyse zufolge sind es dieses Jahr im Schnitt schätzungsweise 963 Millionen Gesprächsminuten pro Tag in Deutschland. In den Sprachverbindungsminuten sind Festnetz- und Mobilfunktelefonate sowie Gespräche über Internet-Kommunikationsdienste wie Whatsapp und Skype inbegriffen. Verglichen mit dem Vorjahr ist es der Studie zufolge ein Plus von vier Prozent bei den Gesprächsminuten. Das ist ein deutlich schwächeres Wachstum als 2020: Im ersten Corona-Jahr gab es hierbei noch ein Plus von 16 Prozent.

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