Vom Arbeitsleben in die Rentenphase stellt für viele Menschen einen finanziellen Umbruch dar. Einkunftsarten ändern sich, es steht die Auszahlung von Renten- oder Lebensversicherungen an und neue Hobbies, beispielsweise Reisen, verursachen höhere Kosten. Auch vorhandene Sparziele müssen angepasst werden. Alles gute Gründe für eine neue Betrachtung und Analyse Ihrer finanziellen Situation.

Machen Sie Ihren persönlichen Finanzcheck

Stellen Sie sich die folgenden Fragen:

  • Decken Ihre gesetzlichen Rentenansprüche zuzüglich betriebliche und private Altersvorsorge alle Ausgaben im Alter?
  • Bestehen noch offene Verbindlichkeiten (Konsumentenkredite, Hypothekendarlehen)?
  • Verfügen Sie über eine Notfallreserve für unvorhersehbare Situationen (Waschmachine oder Spülmaschine defekt)?
  • Stehen noch größere Investitionen (z. B. am Eigenheim) oder größere Anschaffungen (beispielsweise Auto) an?
  • Sind Sie ausreichend für den Fall der Pflegebedürftigkeit abgesichert?

Sicherstellung des Einkommens

Sollte Ihr persönlicher Finanzcheck eine Einkommenslücke aufdecken, müssen Sie Maßnahmen ergreifen, um diese zu schließen. Hierfür sind Erbschaften, Auszahlungen aus Lebensversicherungen, Immobilienverkäufe und Ersparnisse geeignet. Um eine sichere Zusatzrente zu erzielen, empfehlen sich Anlagen mit lebenslanger Zahlung. Hier bieten sich besonders Modelle der Sofortrente gegen Einmalzahlung an. Im Idealfall sollten Sie bestehende Verbindlichkeiten direkt ablösen, um die monatlichen Raten zu eliminieren.

Besteht noch Bedarf an Sparzielen?

Haben Sie Ihre Rentenlücke geschlossen und Ihre Verbindlichkeiten reguliert, stellen Sie sich die Frage, ob Sie noch Sparziele haben? Soll eine größere Summe langfristig angelegt, muss mittelfristig das Eigenheim renoviert oder altersgerecht umgebaut oder Geld für die langersehnte Weltreise zurückgelegt werden? Oder möchten Sie regelmäßig für Ihre Kinder und Enkelkinder etwas zurücklegen? Für alle Sparziele bis zu 5 Jahren bleiben leider nur die niedrigverzinsten Festgeld- oder Tagesgeldanlagen. Schauen Sie sich gerne im europäischen Ausland um. Manche Bank bietet trotz Niedrigzinsphase dennoch rund 0,8%. Vergewissern Sie sich aber im Vorfeld über das Einlagensicherungssystem des jeweiligen Landes.

Für Sparziele zwischen 5 und 10 Jahren sind Mischfonds mit geringer Volatilität gut geeignet. Mischfonds sind aktiv gemanaged und kombinieren verschiedene Assetklassen wie Aktien, Commodities und Anleihen. Die Diversifikation des Investments reduziert Schwankungen und biete dennoch Luft nach oben für eine attraktive Rendite.

Vermögen, das frühestens in 10 Jahren benötigt wird, kann in weltweit investierende Indexfonds angelegt werden. Solche als ETF (Exchange Traded Funds) bezeichneten Fonds sind börsengehandelt und deutlich risikoärmer als Einzelaktien. Keinen Fehler machen Sie mit ETFs auf den MSCI World. Dieser bildet rund 1.600 Aktien nach und erwirtschaftet bereits seit Jahrzehnten eine solide Rendite inklusive Dividenden von rund 8% pro Jahr.

Vorsicht bei hohen Renditeversprechen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) rät, Geldanlagen breit zu streuen, um ein Klumpenrisiko zu vermeiden. Investieren Sie in verschiedene Anlageformen, um Verlustrisiken einzugrenzen und die Rendite zu stabilisieren. Seien Sie besonders misstrauisch bei hohen Renditeversprechen. Insbesondere bei „garantierten“ Renditen von mehr als 8-10% pro Jahr sollten alle Alarmglocken klingeln. Von Investitionen in Produkte des Grauen Kapitalmarktes (z. B. KG-Beteiligungen, Investitionen in Container oder Containerschiffe oder Flugzeugfonds) sollte in dieser Lebensphase angesehen werden, falls nicht ein Totalverlust finanziell absolut verkraftbar ist.

THEMEN: Altersvorsorge, Verbraucher