Nach dem Inkrafttreten der Grundrente zum 01. Januar 2021 warten viele Rentnerinnen und Rentner sehnsüchtig auf den Bescheid und mehr Geld für ihre Rente – denn noch ist die Grundrente bei den Rentnern noch nicht angekommen. Nun werden ab Juli 2021 die ersten Grundrentenbescheide verschickt. Aber wer hat denn überhaupt Anspruch auf den Grundrentenzuschlag und wie hoch kann der Zuschlag ausfallen?

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) unter der Verantwortung des Arbeitsministers Hubertus Heil schätzt, dass von den rund 21 Millionen Rentnern in Deutschland gut 1,3 Millionen Anspruch auf die Grundrente haben. Auf den Seiten des BMAS heißt es: „Rund 1,3 Mio. Rentnerinnen und Rentner werden von einem individuellen Zuschlag zu ihrer Rente profitieren – unabhängig davon, ob sie schon in Rente sind oder erst in Rente gehen werden.“

Den Grundrentenzuschlag auf ihre Rente erhalten die Menschen, die lange Jahre gearbeitet und Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt haben, jedoch ein unterdurchschnittliches Einkommen gehabt haben, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Konkret bedeutet das, dass „langjährig Versicherte mit einem durchschnittlich versicherten Einkommen von weniger als 80% des Durchschnittseinkommen“ einen Zuschlag auf ihre Rente bekommen können. Um den Grundrentenzuschlag in voller Höhe zu erhalten, sind jedoch „mindestens 35 Jahre an Grundrentenzeit“ Voraussetzung. In einem Korridorbereich beginnt die Grundrente allerdings schon dann, wenn 33 Jahre Grundrentenzeit erfüllt sind. Dazu zählen unter anderem Zeiten, in denen Pflichtbeiträge aus Berufstätigkeit oder selbständiger Tätigkeit bezahlt wurden sowie Zeiten für Kindererziehung, Pflege, Krankheit und Rehabilitation. Zeiten, in denen Hartz4-Leistungen bezogen wurden, finden keine Berücksichtigung. Laut dem Sprecher der Deutschen Rentenversicherung, Dr. Dirk von der Heide, wird „der Grundrentenzuschlag für alle Rentenarten gezahlt, also für Altersrenten, Renten an Hinterbliebene, Waisenrenten sowie Erziehungs- und Erwerbminderungsrenten“.

Allerdings hat nicht jeder Rentner einen Anspruch auf die Grundrente. „Die Grundrente ist keine eigenständige Leistung, sondern ein Plus zur bestehenden Rente. Sie wird zusammen mit der gesetzlichen Rente ausgezahlt und die Höhe wird individuell bestimmt.“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Das BMAS schätzt den monatlichen Zuschlag für die betroffenen Rentner auf rund 75 Euro.

Nun werden ab 01. Juli 2021 die ersten Rentenbescheide zur Grundrente verschickt. Zum gleichen Termin sollen auch die ersten Auszahlungen erfolgen. Rentner, deren Renteneintritt nach dem 31.12.2020 erfolgte, werden in ihrem ersten Rentenbescheid die Information erhalten, ob ein Anspruch auf den Grundrentenzuschlag besteht oder nicht. Bei allen anderen Rentnern, die ihren Rentenbescheid bereits vor dem 31.12.2020 erhalten haben, wird der Anspruch auf Zulage separat geprüft. Diese Überprüfung erfolgt im ersten Schritt für die ältesten Jahrgänge, dann folgen schrittweise die nächstjüngeren.

„Die Deutsche Rentenversicherung prüft bis Ende 2022 automatisch etwa 26 Millionen Bestandsrenten und zahlt den Grundrentenzuschlag rückwirkend zum 01. Januar 2021 bzw. zum individuellen Rentenbeginn aus“, kommuniziert die DRV auf ihrer Internetseite. Ergänzend teilt die DRV mit, dass die Einführung der Grundrente zu einem erheblichen Verwaltungsaufwand führt.

Ergibt die Prüfung einen bestehenden Anspruch, erhalten die Betroffenen einen neuen Rentenbescheid, in dem die Höhe der Grundrente aufgeführt sein wird. Beträge, auf die seit 01. Januar 2021 ein Anspruch besteht, werden nachgezahlt. Rentner, die keinen Anspruch haben, erhalten keinen Bescheid. Laut Auskunft der Deutschen Rentenversicherung muss für die Grundrente kein Antrag gestellt werden.

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