Stehen größere Ausgaben an oder möchte man sich das eine oder andere Extra gönnen, wollen viele Arbeitnehmer mit einem Nebenjob etwas dazuverdienen. Manchmal ist es aber auch so, dass Beschäftigte in ihrem Hauptberuf schlichtweg zu wenig verdienen, um steigende Lebenshaltungskosten finanzieren zu können. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie bei einem Minijob zum Hauptberuf achten müssen.

450 Euro – Jobs – auch Minijobs genannt – sind die beste Möglichkeit, um neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung etwas dazuzuverdienen. Bis zur Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro pro Monat ist das Einkommen aus dem Minijob steuerfrei. Somit kann man parallel zur Hauptbeschäftigung bis zu 450 Euro steuerfrei hinzuverdienen. Dies gilt jedoch nur dann, wenn man nur einem Minijob nachgeht. Werden mehrere geringfügige Beschäftigungen ausgeübt und wird dadurch die Geringfügigkeitsgrenze überschritten, muss das Zusatzeinkommen komplett versteuert werden.

Bevor man allerdings einen Minijob antritt, ist die Information des Hauptarbeitgebers zwingend erforderlich. Am besten prüft man im Vorfeld seinen Arbeitsvertrag, ob dieser Regelungen für eine Nebenbeschäftigung enthält. Anschließend sollte man das Gespräch mit seinem Arbeitgeber suchen bzw. die Gestattung der Nebentätigkeit schriftlich anfragen. Sieht der Arbeitsvertrag vor, dass Nebentätigkeiten zu beantragen bzw. zu melden sind, kann das Unterlassen zu einer Abmahnung und im schlimmsten Fall zur Kündigung führen. Grundlos darf im Übrigen der Hauptarbeitgeber eine Nebentätigkeit nicht verbieten. Ein wichtiger Grund für eine Ablehnung der Nebentätigkeit wäre es, wenn der Nebenjob negative Folgen für den Hauptjob haben könnte. Wer beispielsweise tagsüber als Busfahrer arbeitet, sollte davor keine Nachtschichten als Wachmann schieben. In einer solchen Konstellation könnte der Hauptarbeitgeber die Nebentätigkeit verbieten.

Wer einen sozialversicherungspflichtigen Hauptberuf hat, zahlt für seinen Minijob keine zusätzlichen Krankenversicherungsbeiträge. Allerdings müssen Minijobber seit 2013 in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlen. Der Arbeitnehmer bezahlt 3,6%, der Arbeitgeber pauschal 15%. Die Rentenversicherungsbeiträge des Minijobs werden dann bei der späteren Rente entsprechend berücksichtigt. Eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht für Arbeitnehmer ist auf Antrag möglich.

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