Usbekistan: Staatschef mit 80,1 Prozent bestätigt

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Taschkent (dpa) – Nach der Präsidentenwahl in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Usbekistan ist Staatschef Schawkat Mirsijojew mit 80,1 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden.

Das teilt der Chef der Wahlkommission, Sajniddin Nisamchodschajew, in der Hauptstadt Taschkent mit. Der 64-jährige Mirsijojew, der nach dem Tod von Diktator Islam Karimow 2016 das Land international geöffnet hatte, will seinen Reformkurs in den kommenden fünf Jahren fortsetzen. Laut Verfassung ist das seine letzte Amtszeit. Um an der Macht zu bleiben, müsste er die Verfassung ändern lassen. Mirsijojew erhielt demnach deutlich weniger Stimmen als 2016, als er 88,6 Prozent zugesprochen bekam. Er hatte vier kaum bekannte Mitbewerber, darunter erstmals eine Frau. Sie alle gehören regierungsnahen Parteien an und galten als chancenlos.

Die internationalen Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kritisierten den Ausschluss der Opposition sowie «bedeutende Unregelmäßigkeiten» am Sonntag. Wähler hätten teils ohne Dokumente abgestimmt; es seien Urnen packenweise mit Wahlzetteln vollgestopft worden. Auch Ergebnisprotokolle seien einfach verändert worden. Es fehle in Usbekistan an einem «vollen Respekt für politische Freiheiten», sagte der Österreicher Reinhold Lopatka. «Demokratie ist ein langer und schwieriger Weg», sagte er. Zuvor hatte bereits der russische Präsident Wladimir Putin dem Amtsinhaber zum «überzeugenden Wahlsieg» gratuliert, obwohl noch kein Ergebnis vorgelegen hatte. Wahlleiter Nisamchodschajew gab die Wahlbeteiligung mit 80,8 Prozent an. Sie war deutlich niedriger als 2016 (87,73 Prozent). Insgesamt waren mehr als 21 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen gewesen.

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