Passives Einkommen erzielen mit Dividenden-Aristokraten

Die Erzielung von passivem Einkommen steht für immer mehr Deutsche im Fokus. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Mal ist es der Wunsch nach mehr finanzieller Freiheit oder aber auch der Traum, mit 40 Jahren in Rente zu gehen. Ein weiterer Grund liegt auch in der Unsicherheit der staatlichen Rentensicherungssysteme, so dass zusätzliches, konstantes Einkommen erzielt werden soll.

Passives Einkommen kann man auf vielfältige Art und Weise erzielen, z. B. durch Vermietung von Immobilien, durch Vermarktung seiner eigenen Person als Werbeträger oder durch die Gründung eines Unternehmens, wobei manche Einkommensarten ein Mix aus aktiven und passiven Einkommen sind, wenn man sich die Definition genau anschaut:

Das passive Einkommen ist eine Sonderform der Einkommen, die zugleich als Gegenstück zum „aktiven Einkommen“ bewertet wird. Bezeichnend für ein passives Einkommen ist der Umstand, dass das Einkommen langfristig und ohne unmittelbare(n) Aufwand oder Zeitinvestition erzielt wird. Kurzfristig angelegte passive Einkommen existieren hingegen nicht, da diese der allgemeinen Bedeutung und der Sinngebung dahinter widersprechen würden.

valomoney beschäftigt sich mit der Frage, wie bzw. ob mit Dividenden-Aristokraten passives Einkommen langfristig und renditeorientiert überhaupt möglich ist.

Was sind überhaupt Dividenden-Aristokraten?

Unter dem Begriff Dividendenaristokraten versteht man börsennotierte Unternehmen, seit mindestens 25 Jahre eine Dividende ausschütten und diese zudem jedes Jahr erhöhen. Im Übrigen gibt es hier auch noch einen Superlativ: Unternehmen, die seit mindestens 50 Jahren eine steigende Dividende ausbezahlen, werden als Dividenden-Könige bezeichnet. Aktuell gibt es rund 100 Unternehmen, die meisten im Übrigen aus den USA, die unter diese Kategorie fallen. Einige deutsche Dividenden-Aristokraten werden wir weiter unten näher beleuchten. Der Umstand der kontinuierlichen, steigenden Dividendenausschüttung lässt auf ein grundsolides Geschäftsmodell schließen, so dass der Anleger statt Nullzins eine durchschnittliche Dividendenrendite von 2,5% p. a. erzielen kann. Daher sind Dividenden-Aristokraten nicht nur als Säule zur Altersvorsorge, sondern auch für jeden anderen Anleger interessant, der ein passives Dividendeneinkommen generieren möchte.

In welchen Branchen findet man die Dividenden-Aristokraten?

Dividenden-Aristokraten finden sich hauptsächlich bei Unternehmen, die nicht-zyklische Konsumgüter herstellen. Ganz einfach ausgedrückt, Produkte die man immer braucht, egal wie die konjunkturelle Situation aussieht. Daher finden sich diese Unternehmen gehäuft in den Branchen Pharma, Energieversorger und Konsumgüter. Hier gibt es aufgrund einer konstant hohen Produktnachfrage auch konstant hohe Gewinne.

Dividendenkönige mit 100jähriger Dividendenhistorie

Vor- und Nachteile einer reinen Dividendenstrategie

Der Vorteil einer reinen Dividendenstrategie liegt auf der Hand: Sie erzielt einfach und bequem laufende Einnahmen in Form von Dividenden. Da es sich bei den Dividenden-Aristrokraten üblicherweise um etablierte Konzerne bzw. Großunternehmen handelt, ist das Totalverlustrisiko zu vernachlässigen. Der Nachteil besteht allerdings darin, dass man sich auf einige wenige Aktien beschränken muss. Gar nicht zum Zug kommen Aktien mit schnellem Wachstum, mit denen viel höhere Kursgewinne erzielt werden können. Beispielsweise haben einige der weltweit lukrativsten Aktiengesellschaften noch nie eine Dividende ausgeschüttet. Zu diesem Kreis gehören z. B. Apple oder Microsoft, Alphabet und Facebook sowie die Investmentgesellschaft des US-Milliardärs Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Bewertung der Dividendenstrategie

Es gilt immer zu berücksichtigen, dass sich Aktiengewinne aus Kurssteigerungen und Dividenden zusammensetzen. Ertragstechnisch spielt es keine Rolle, ob eine Dividende ausgeschüttet wird oder nicht. Der Gewinn ist ohnehin da – entweder man erhält ihn in Form der Ausschüttung oder der Kurssteigerung. Beachten Sie auch, dass Dividendenausschüttungen immer zu Lasten der Kursgewinne gehen. Die Börse korrigiert den Kurs der Aktie nach der Hauptversammlung um den ausgeschütteten Betrag nach unten. Dieser Vorgang wird als Dividendenabschlag bezeichnet. Das dividendenausschüttende Unternehmen ist danach um exakt diese Summe „ärmer“ und entsprechend weniger wert. Für das Unternehmen bringt daher eine Ausschüttung der Dividende keinen Vorteil gegenüber eine Reinvestition.

Fazit

Passives Einkommen erzielen ist eine prima Sache. Im Rahmen der Aktienanlage ausschließlich auf die Dividendenstrategie zu setzen ist Blödsinn, da einem viele gute Chancen bei insbesondere Wachstumsaktien verloren gehen. Ein gut diversifiziertes Portfolio kann und soll aus Titeln bestehen, die eine attraktive Dividendenpolitik betreiben. Wir empfehlen allerdings eine Gewichtung von maximal 30% bezogen auf Gesamtportfolio.

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