Schalke 04 begibt neue Unternehmensanleihe

Der Fußballclub FC Schalke 04 und aktuell Tabellenletzter der Bundesliga begibt eine neue Unternehmensanleihe mit einem Zielvolumen von knapp 16 Millionen Euro. Der sportlich eher glücklose Verein will damit seine Anleihe 2016/2021, die im Juli 2021 ausläuft, refinanzieren. Das ausstehende Emissionsvolumen beträgt ebenfalls rund 16 Millionen Euro, so dass aus der neuen, ablösenden Anleihe keine höheren Anleiheverbindlichkeiten entstehen werden.

Den Anleihegläubigern 2016/2021 soll ein Umtauschangebot unterbreitet werden. Ebenso möchte der Verein Fans, Mitglieder und sonstige Interessierte motivieren, die Anleihe zu zeichnen. Die Anleihe kann über die Internetseite des Vereins gezeichnet werden. Parallel zur Neuemission wird dann in 2023 eine weitere Anleihe im Volumen von 34,11 Millionen Euro fällig (Anleihe 2016/2023). Finanziell sieht es bei den Königsblauen – auch schon vor der Coronapandemie – alles andere als rosig aus. Im Geschäftsjahr 2020 wurden 174,7 Millionen Euro erlöst – im Vorjahr waren es noch 275 Millionen Euro gewesen (ein sattes Minus von rund 35%). Sicherlich maßgeblich für den Umsatzrückgang war der Wegfall wesentlicher Erlösquellen durch einen de-facto eingestellten Spielbetrieb. Zwar wurde intern ein Kostensenkungsprogramm angestoßen und realisiert, dennoch blieb am Ende des Geschäftsjahres ein dickes Minus von 52,6 Millionen Euro stehen. Die für Finanzen, Personal und Recht verantwortliche Vorständin, Christina Rühl-Hamers führt dazu aus: „Die Corona-Pandemie hat uns mit voller Wucht getroffen und für massive Rückgänge in wesentlichen Umsatzbereichen gesorgt. Wir haben dank sofortiger Kostensenkungsmaßnahmen die Effekte auf das Ergebnis abmildern können. Unser Ziel ist es, den FC Schalke 04 auf Basis kaufmännischer Vernuft mittel- bis langfristig so aufzustellen, dass wir auch in unvorhersehbaren Krisen wirtschaftlich stabil sind und souverän agieren können.“

Die Verbindlichkeiten haben sich von 2019 (198 Millionen Euro) in 2020 auf 2017 Millionen Euro erhöht. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich von knapp 12 Mio. Euro in 2019 auf stolze 57 Mio. Euro in 2020. Beim Vorstand kam wohl das Kostensenkungsprogramm nicht so recht an. Die Gesamtbezüge des Vorstands sanken in 2020 nur leicht auf 2,40 Mio. Euro gegenüber 2,76 Mio. Euro im Vorjahr. Der Finanzmittelbestand am Ende der abgelaufenen Periode beträgt unter Berücksichtigung liquider Mittel und Kontokorrentverbindlichkeiten -10,2 Millionen Euro (31. Dezember 2019 -5,1 Millionen Euro). Zum Bilanzstichtag verfügt der Verein über nicht ausgeschöpfte Kreditlinien in Höhe von 31,7 Millionen Euro. Laut Konzernabschluss, der auf der Internetseite des Vereins abgerufen werden kann, liegt ein Geschäftsjahr hinter der Königsblauen, das durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt war. Ebenso seien in der Spielzeit 2019/2020 sportliche Ziele deutlich verfehlt worden, so dass die Mannschaft aktuell gegen den Abstieg kämpft. Dies sei auch in den Zahlen des Geschäftsjahres erkennbar. Dennoch sei des dem Verein gelungen, sich durch die Einleitung entsprechender Maßnahmen zu stabilisieren. Ebenso würde sich der Verein intensiv auf potentielle Verläufe der Pandemie und verschiedene sportliche Szenarien vorbereiten.

Ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Ertrags- und Finanzlage dürfte der Abstieg in die 2. Bundesliga sein. In einem solchen Fall müssen geringe Umsatzerlöse durch Senkung der Kosten – insbesondere der Personalkosten – aufgefangen werden. Schalke 04 geht aber davon aus, dass der Verein auch in der 2. Bundesliga ein vergleichsweise hohes Umsatzpotential besitzt. Parallel zur Ankündigung der Anleihe hat der Verein ebenfalls mitgeteilt, einen Baustopp für das Projekt Berger Feld II realisiert zu haben. Die weiteren geplanten Teilprojekte werden nicht mehr umgesetzt. Laut Verein sei diese Entscheidung aus wirtschaftlicher Vernunft getroffen worden, um den Fokus nun auf das Kerngeschäft zu setzen.

THEMEN: Geldanlage, Anleihe