Lange Schlangen beim Check-In, geringe Beinfreiheit, keine Flexibilität und Bordverpflegung auf Jugendherbergsniveau können der Vergangenheit angehören, wenn Sie zum exklusiven Club der Privatjet-Flieger gehören. Wenn Sie jetzt glauben, dass dies nur Milliardären vorbehalten ist, irren Sie. Sie können für kleineres Geld auch Anteile an Privatjets oder ein bestimmtes jährliches Stundenkontingent erwerben, ohne dass Sie einen eigenen Jet für einen mindestens zweistelligen Millionenbetrag erwerben müssen.

Möglich macht dies in Europa beispielsweise die zum Berkshire Hathaway Universum des US-Milliardärs Warren Buffett gehörende NetJets. NetJets ist der gemeinsame Markenauftritt von drei rechtlich eigenständigen Unternehmen, die Geschäftsreiseflugzeuge vermieten und teilweise auch Beteiligungen an diesen Flugzeugen vermarkten. Die Unternehmen sind NetJets Aviation (ehemals Executive Jet Aviation) mit Sitz in den USA, NetJets Europe (ehemals NetJets Transportes Aéreos) mit Hauptsitz in Portugal und NetJets Business Aviation in China.

Kabine einer Gulfstream G700

NetJets bietet zwei verschiedene Optionen an, um in den Genuss der Privatfliegerei zu kommen:

NetJets Teileigentum

Im Rahmen des NetJets-Teileigentums erwerben Sie einen Anteil an einem spezifischen Flugzeugtyp. Dieser Anteil entspricht dann einer bestimmten Anzahl von Stunden, die Sie mit diesem Flugzeugtyp fliegen können. Sie haben zusätzlich die Möglichkeit jederzeit ein Upgrade oder Downgrade für jeden anderen Jet in unserer Flotte vornehmen. Das NetJets-Teileigentum bietet den Kunden den steuerlichen Vorteil eines abschreibbaren Vermögenswerts, ohne den hohen Investitionsaufwand, den der Kauf eines gesamten Jets mit sich bringt. NetJets kümmert sich komplett um den operativen Betrieb – der Kunde muss nur an Bord gehen und kann abheben.

NetJets Private Jet Card

Neben den Leasing- und Teileigentumsprogrammen bietet NetJets auch die Option der Private Jet Card. Nach Angaben des Anbieters ist die Karte ideal für Personen oder Unternehmen, die weniger als 50 Stunden im Jahr fliegen oder einfach den Luxus und Komfort eines Privatjets erleben möchten. Die Karte gewährt Zugriff auf alle Jets der Flotte. Mit der NetJets Card leisten Sie eine einmalige Vorauszahlung für die Flugzeit in einer bestimmten Kabinenklasse Ihrer Wahl. Nach dem Erwerb eines Blocks von jeweils maximal 25 Flugstunden für eine von NetJets angebotene Kabinenklasse werden nach jedem Flug Ihre Stunden von der Card abgebucht. Sie können die Card jederzeit erneuern. NetJets macht die Preisgestaltung unkompliziert und transparent. Deshalb beinhaltet die Vorauszahlung die Flugstunden, Kerosin, Emissionsabgaben, Catering und alle etwaigen landesspezifischen Privatluftfahrt-Gebühren.

Gulfstream G280 in der Luft

Lohnt sich das überhaupt?

Ein Beispiel: Eine Gruppe von Geschäftsreisenden muss von Hamburg nach Genf reisen und wieder zurück. Das ist – inklusive Umsteigen – an einem Tag kaum machbar. Dennoch kosten die Tickets für alle Reisenden in der Economy-Klasse 6000 Euro. Wer nun einen Business Jet chartert bzw. sein Teileigentum nutzt, bezahlt dafür rund 8000 Euro – dafür sind die Reisenden aber am gleichen Abend wieder zu Hause und am nächsten Tag wieder im Büro. Ein Arbeitstag ist somit gespart.

Branchenkenner gehen davon aus, dass das Potential von Business & Private Jets noch lange nicht ausgeschöpft ist. Mit weiterem Wachstum ist auch in den kommenden Jahren, vielleicht auch sogar wegen der Corona-Pandemie, zu rechnen, wenn auch Mittelständler weiterhin im Ausland expandieren und zwingend vor Ort sein müssen.

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