Auch an Kleinunternehmern geht der Kelch der jährlichen Steuererklärung nicht vorbei. Dennoch haben Kleinunternehmer und Kleingewerbetreibende einen großen Vorteil: Sie müssen keine Bilanz erstellen – üblicherweise reicht eine Einnahmen-Überschussrechnung. Auch bezüglich der Gewerbe- und Umsatzsteuer sieht der Gesetzgeber Ausnahmen vor. Bei Valomoney lesen Kleinunternehmer, worauf zu achten ist.

Wer selbständig tätig ist, hat regelmäßig und zwangsläufig mit dem Finanzamt zu tun. Neben der jährlichen Einkommensteuererklärung gilt es umsatzsteuerliche und gewerbesteuerliche Sachverhalte zu berücksichtigen.

Abgabe der Steuererklärung

Alle Steuerzahler, die Gewinneinkünfte erzielen, müssen ihre Steuererklärung auf elektronischem Weg abgeben. Während Privatpersonen ein Wahlrecht haben, ob die Steuererklärung elektronisch oder in Papierform eingereicht wird, besteht für Selbständige und Kleinunternehmer die Pflicht zur elektronischen Abgabe. Hierzu kann das ELSTER-Portal der Finanzbehörden genutzt werden oder man nutzt die Übertragungsfunktion vieler am Markt vorhandener Buchhaltungsprogramme, die eine Schnittstelle zu Elster zur Verfügung stellen. Die Pflicht zur elektronischen Abgabe besteht dann, wenn man Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit hat.

Wenn die Gewinneinkünfte einmalig sind oder es einen anderen nachvollziehbaren Grund gibt, keinen Computer zu nutzen, kann beim zuständigen Finanzamt im Rahmen einer Härtefallregelung die Abgabe der steuerlichen Erklärung in Papierform beantragt werden. Der Antrag muss entsprechend begründet werden.

Kleinunternehmerregelung im Rahmen der Umsatzsteuer

Obwohl auch Selbständige grundsätzlich zur Erhebung von Umsatzsteuer verpflichtet sind, sieht der Gesetzgeber auch hier eine Besonderheit vor. Lag der Umsatz eines Kleinunternehmens im Vorjahr unter einem Wert von 22.000 Euro (bis 31.12.2019 lag die Grenze bei 17.500 Euro) und wird der Umsatz im darauffolgenden Jahr einen Betrag von 50.000 Euro nicht überschreiten, besteht durch die sog. Kleinunternehmerregelung ein Wahlrecht, ob Umsatzsteuer ausgewiesen werden muss oder nicht. Entscheidet sich ein Kleinunternehmer für die Verpflichtung zur Umsatzsteuererhebung ist er an diese Entscheidung fünf Jahre gebunden – unabhängig des tatsächlich erzielten Umsatzes. Mit der Umsatzsteuerpflicht geht aber auch das Recht des Vorsteuerabzugs einher. Für Kleinunternehmer mit hohen Investitionskosten und Lieferantenrechnungen kann es durchaus sinnvoll sein, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten, um den Vorsteuerabzug geltend zu machen. Hat der Kleinunternehmer hohe Kosten durch Investitionen kann die Umsatzsteuererklärung zu einer Erstattung von bezahlten Vorsteuern führen. Zusätzlich zur jährlichen Umsatzsteuererklärung ist der Kleinunternehmer dann auch zur Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen – monatlich oder vierteljährlich – verpflichtet. Sind die Umsätze dauerhaft verhältnismäßig gering, kann das Finanzamt aber auch auf die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen verzichten.

Erleichterung durch Einnahme-Überschussrechnung statt Bilanzerstellung

Eine erhebliche Entlastung für Kleinunternehmer und Kleingewerbetreibende stellt die Ausnahme von der Verpflichtung zur Aufstellung einer Bilanz dar. Kleinunternehmen und Selbständige, deren Unternehmen nicht als Gesellschaften im Sinne des Handelsregisters (GmbH, AG etc.) eingestuft sind und deren Jahresumsatz und Jahresgewinn unterhalb bestimmter Grenzen liegt, können ihren Gewinn mit einer einfachen Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) ermitteln. Die Grenzen liegen hierfür beim Umsatz bei 600.000 Euro und beim Gewinn bei 60.000 Euro. In einem solchen Fall genügt bei der Steuererklärung das Formular EÜR.

Gewerbesteuererklärung erst ab 24.500 Euro Gewinn

Grundsätzlich ist jeder Gewerbetreibende auch gewerbesteuerpflichtig. Die Abgabe einer Gewerbesteuererklärung ist aber dann entbehrlich, wenn der Gewinn kleiner als 24.500 Euro ist. Somit hängt die Pflicht zur Abgabe einer Gewerbesteuererklärung im Gegensatz zur Umsatzsteuererklärung vom Gewinn und nicht vom Umsatz ab.

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