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Essen (dpa/tmn) – Wie sich die Höhe der Rente berechnet, ist für Laien oft nicht einfach zu verstehen. Rentenversicherungsträger dürfen dennoch keine Angaben im Rentenbescheid weglassen, die für die Prüfung der Berechnung unerlässlich sind – auch nicht, wenn sie das Design der Bescheide für eine bessere Verständlichkeit verändern.

Werden diese Angaben erst in einem Widerspruchsverfahren nachgeliefert, muss der Rentenversicherungsträger die Kosten für den Widerspruch erstatten. Darauf macht die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) aufmerksam und verweist auf ein Urteil des Landessozialgerichts (Az.: L 18 R 306/20). 

Im Fall gewährte der Rentenversicherungsträger der Klägerin Altersrente. Er fügte wenige Anlagen bei – Berechnung der Rente, Versicherungsverlauf und Berechnung der persönlichen Entgeltpunkte. In einem Widerspruch bat die Frau mit Hilfe ihres Anwaltes um nachvollziehbare Berechnungsunterlagen. 

Anwaltskosten trägt der Rentenversicherungsträger

Dem Gericht fehlten ausreichende Angaben zur konkreten Berechnungsgrundlage des Rentenbescheids, damit die Rentenberechnung für Versicherte nachvollziehbar ist. Unter anderem ging es darum, ob die erzielten Einkünfte für die Zeiträume des Versicherungsverlaufs zutreffend zugrunde gelegt worden seien. Konkret fehlten die Anlagen: Berechnung der Entgeltpunkte aus den Beitragszeiten, Berechnung der Entgeltpunkte aus beitragsfreien und beitragsgeminderten Zeiten sowie Versorgungsausgleich. Das Gericht entschied daher: Der Rentenversicherungsträger musste der Rentnerin daher die anwaltlichen Kosten des Widerspruch-Bescheids erstatten.

Was steht im Rentenbescheid?

Wird eine Rente bewilligt, kann der Versicherte dem Rentenbescheid alle wichtigen Informationen entnehmen:

  • Rentenart: Welche Rente bekomme ich? (Altersrente, Erwerbsminderungsrente, Hinterbliebenenrente)
  • Rentenhöhe: Wieviel bekomme ich jeden Monat?
  • Rentenbeginn: Wann erhalte ich meine erste Zahlung?
  • Rentendauer: Wie lange erhalte ich die Rente?
  • Rentenberechnung: Welche Zeiten werden bei der Berechnung meiner Rente berücksichtigt?
  • Versicherung: Wie bin ich kranken- und pflegeversichert?

Wird eine Rente abgelehnt, enthält der Bescheid auch die Gründe dafür, warum die beantragte Rente nicht bewilligt werden kann. Gegen diesen Bescheid kann innerhalb von vier Wochen schriftlich Widerspruch einlegen. Wird der Widerspruch akzeptiert, erhält man einen sogenannten Abhilfebescheid. Mit anderen Worten: Der Versicherte erhält einen neuen Rentenbescheid, in dem der Widerspruchsgrund berücksichtigt ist.

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