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Berlin (dpa/tmn) – Bei einem klassischen Darlehen ist der Zinssatz für die spätere Anschlussfinanzierung in der Regel ungewiss. Wer jedoch Sicherheit bei der Planung seiner Baufinanzierung haben will, kann alternativ über ein Volltilgerdarlehen nachdenken.

Dabei steht die Höhe der Kreditzinsen fest, bis man den Kredit komplett abgezahlt hat. Man braucht also keine Anschlussfinanzierung. Allerdings sollten Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer Angebote mit einer sehr langen Zinsbindung genau vergleichen, rät die Stiftung Warentest in der aktuellen «Finanztest» (11/2021). Die Banken verlangen für diese Planungssicherheit meist einen Aufschlag – zwischen 0,4 uns 0,7 Prozent, so die Tester. Trotzdem sind die Zinsen für ein Volltilgerdarlehen immer noch niedrig – bei günstigen Anbietern zahlen Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer für 20 Jahre Zinsbindung weniger als 1 Prozent.

Dank günstiger Anbieter fast 120.000 Euro sparen

Die Unterschiede zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot wirken sich bei einer langen Zinsbindung besonders stark aus, zeigt die aktuelle Untersuchung der Tester. Die Tester haben die Kreditkonditionen von 58 Banken, Versicherungen und Kreditvermittlern abgefragt. Ihr Ergebnis: Bei einer Zinsbindung von 30 Jahren und einer Kreditsumme von 300.000 Euro lag der Unterschied bei fast 120.000 Euro. Bei einer Zinsbindung von 25 Jahren betrug er für die gleiche Kreditsumme knapp 64.000 Euro. Bei einer Zinsbindung von 20 Jahren waren es immerhin noch knapp 30.000 Euro.

Volltilgerdarlehen oder Annuitätendarlehen?

Während Kreditnehmer beim Volltilgerdarlehen nach nur einer Finanzierungsrunde die ganze Darlehenssumme abbezahlt haben, bleibt beim Annuitätendarlehen zwar auch die monatliche Rate (Annuität) aus Zins und Tilgung über die gesamte erste Zinsbindungszeit  konstant. Nach Ende der Zinsbindungsfrist besteht aber meist noch eine oft recht hohe Restschuld. Ein weiterer Unterschied: Bei klassischen Annuitätendarlehen vereinbart der Kreditnehmer mit dem Anbieter eine anfängliche Tilgung (z. B. 2%). Aus dieser errechnet sich anhand von Kreditsumme und Zinssatz die monatliche Rate und damit auch die Zinsbindungszeit. Anders beim Volltilgerdarlehen: Hier stehen die Laufzeit für die vollständige Abzahlung des Darlehens und die benötigte Darlehenssumme im Vordergrund; daraus ergeben sich dann die Tilgung sowie die Höhe der monatlichen Rate.

Generell gilt bei Volltilgerdarlehen: Je kürzer die Laufzeit (Zinsbindung oder Zinsbindungsfrist), desto höher der Tilgungssatz und die monatliche Rate (Zins + Tilgung). Gleichzeitig belohnen Banken höhere Tilgungsraten (bzw. einen höheren Tilgungssatz) in der Regel mit Zinsrabatten. Das heißt: Bei kürzerer Laufzeit profitiert man meist auch von einem günstigeren Zinssatz für die Bauzinsen.

THEMEN: Kredit, Immobilienfinanzierung