Den Lebensstandard im Alter zu halten, setzt eigene finanzielle Vorsorge voraus. Arbeitnehmer können sich dabei vom Arbeitgeber unterstützen lassen. In bestimmten Fällen zahlt sich aber die betriebliche Altersvorsorge nicht aus. Eine Betriebsrente kann für Arbeitnehmer einen wichtigen Baustein zur Altersvorsorge darstellen. Denn sie werden dabei nicht nur vom Arbeitgeber, sondern auch vom Staat unterstützt. Damit sich die betriebliche Altersvorsorge auch lohnt, sollte der Arbeitgeberzuschuss entsprechend hoch sein, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn nicht immer übernimmt der Arbeitgeber den kompletten Beitrag.

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer das Recht, einen Teil seines Entgelts im Rahmen der sogenannten Entgeltumwandlung für die Betriebsrente aufzuwenden. Hierfür wird direkt vom Bruttolohn ein Sparbetrag in einen Vorsorgevertrag einbezahlt. Die einbezahlten Beträge sind in der Ansparphase steuer- und sozialversicherungsfrei. Beitragszahlungen bis monatlich maximal 552 Euro sind steuerfrei, Beträge bis 276 Euro im Monat sind zudem von der Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Anspruch auf Entgeltumwandlung hat jeder rentenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer, der mindestens 240 Euro pro Jahr anspart. Zu beachten ist auch, dass ein Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge tarifvertraglich nicht ausgeschlossen sein darf.

Seit 2019 müssen Arbeitgeber das Sparvorhaben der Arbeitnehmer bei Neuverträgen mit mindestens 15% des Umwandlungsbetrags unterstützen. Für bestehende Entgeltumwandlungsvereinbarungen gilt der verpflichtende Arbeitgeberzuschuss ab dem Jahr 2022. Allerdings ist es in der Praxis so, dass sich Zuschüsse unter 20% für den Arbeitnehmer selten lohnen. Grund hierfür sind Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge, die sich erst in der Auszahlphase im Geldbeutel bemerkbar machen. In solchen Konstellationen kann eine Riester-Vorsorge oder ein anderes Produkt besser geeignet sein.

Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge können bessere Abschlusskonditionen sein, da oftmals keine oder nur geringe Provisionen anfallen sowie eine kostengünstige Integration einer Hinterbliebenen- und Invaliditätsabsicherung.

Grundsätzlich kann jeder Arbeitnehmer jährlich bis zu acht Prozent der jeweils aktuellen Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei umwandeln. Auch Sonderzahlungen (z. B. Urlaubsgeld, Sonderzahlungen etc.) kommen dafür in Frage. Bis zu vier Prozent können Arbeitnehmer ohne Abzug von Sozialabgaben investieren. Für das Jahr 2020 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 82.800 Euro. 2019 lag sie mit 80.400 Euro etwas tiefer.

Doch ganz ohne Steuern geht es nicht: Für Mitglieder einer gesetzlichen Krankenversicherung ist die spätere Rente sowohl steuer- als auch sozialabgabenpflichtig. Zudem muss – anders als bei der gesetzlichen Rente – in der Auszahlungsphase auf den Rentenbetrag der volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag bezahlt werden. Allerdings gibt es bei der Krankenversicherung einen monatlichen Freibetrag in Höhe von derzeit 159,25 EUR für Betriebsrenten.

Ein weiterer Nachteil: Wurden Gehaltsanteile sozialversicherungsfrei für die Betriebsrente umgewandelt und somit weniger einbezahlt, fallen Ansprüche auf die gesetzliche Rente sowie Kranken- und etwaiges Arbeitslosengeld geringfügig niedriger aus.

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